Technologie
Biologische Dominanz durch Einsatz von probiotischen Bakterien.
Eine gezielte hohe Anfangsdosierung schafft eine Überzahl probiotischer Bakterien. Im gemeinsamen Lebensraum leben sie mit unerwünschten Bakterien im Wassersystem. Die probiotische Dominanz soll das Wachstum der unerwünschten Bakterien begrenzen, während die ausgewählten probiotischen Stämme vorhandene EPS-Beläge als organische Nahrung verstoffwechseln.
Gemeinsamer Lebensraum. Begrenzte Nahrung.
Probiotische und bereits vorhandene Bakterien teilen sich Lebensraum und Nährstoffquellen. Die hohe Anfangsdosierung verschiebt das Zahlenverhältnis zugunsten der Probiotik. Ihr Nährstoffverbrauch und die Konkurrenz um Platz begrenzen die Bedingungen für die Vermehrung unerwünschter Bakterien. Bei anhaltendem Nährstoffmangel können diese mit der Zeit absterben.
Die probiotischen Bakterien fressen keine anderen Bakterien. Die für das Verfahren ausgewählten Stämme sollen selbst keinen neuen Biofilm aufbauen und die vorhandene EPS-Matrix – extrazelluläre polymere Substanzen – als organische Nährstoffquelle verstoffwechseln. Ziel ist, bestehende Beläge schrittweise zu verringern und neuen Biofilm zu begrenzen. Verlauf und Wirkung werden an der jeweiligen Anlage geprüft.

- Probiotische Bakterien
- Gemeinsame organische Nahrung
- Unerwünschte Bakterien
Die Wirkungsweise im Detail.
Probiotische Überzahl
Das Dosierkonzept sieht eine hohe Anfangsmenge vor, die probiotische Bakterien zahlenmäßig in die Überzahl bringt. Sie teilen Lebensraum und Nahrungsquellen mit den bereits vorhandenen Bakterien.
Konkurrenz & Regulation
Konkurrenz um Nahrung und Platz erschwert die Vermehrung unerwünschter Bakterien. Über Quorum Sensing kommunizieren Bakterien miteinander. Wie sich ihre Aktivität dadurch verändert, hängt von Stamm und Umgebungsbedingungen ab.
Quorum Sensing
Durch Kommunikation der Bakterien (Quorum Sensing) ziehen sich die unerwünschten und pathogenen Keime völlig freiwillig zurück. Es werden keinerlei Bakterien abgetötet.
EPS-Abbau & Systempflege
Die ausgewählten Stämme sollen selbst keinen neuen Biofilm aufbauen und vorhandene EPS als organische Nahrung verstoffwechseln. So sollen bestehende Beläge schrittweise abnehmen und neue Biofilme begrenzt werden. Dosierung und Kontrollen begleiten diesen Prozess.
Phase 01Probiotische ÜberzahlEine gezielte hohe Dosierung schafft eine Überzahl probiotischer Bakterien.
Phase 02Konkurrenz & RegulationBeide Gruppen teilen Nahrung und Lebensraum. Die Konkurrenz begrenzt unerwünschtes Wachstum.
Phase 03Quorum SensingDurch Kommunikation der Bakterien (Quorum Sensing) ziehen sich die unerwünschten und pathogenen Keime völlig freiwillig zurück. Es werden keinerlei Bakterien abgetötet.
Phase 04EPS-Abbau & SystempflegeDie ausgewählten Stämme verwerten die vorhandene EPS-Matrix als Nahrung. Ziel ist weniger bestehender und kein neuer Biofilm.
- Probiotische Bakterien
- Gemeinsame organische Nahrung
- Unerwünschte Bakterien
- Vorhandene EPS-Matrix
Technische Punkte für die Bewertung.
Werkstoffverträglichkeit
Werkstoffe, Dichtungen und Beschichtungen werden von der Probiotik nicht angegriffen.
Dosiertechnik
Dosierstation und Impfstelle werden bei der Bestandsaufnahme geklärt.
Mikrobiologische Entwicklung
Wir prüfen mit Proben, wie sich die Bakterien in der Anlage entwickeln. Ob sie gegen Wasserzusätze immun sind, kann durch Proben ermittelt werden.
Wasserzusätze
Probiotik ist grundsätzlich verträglich mit allen Wasserzusätzen wie Härtestabilisatoren, Korrosionsinhibitoren und pH-Regelungen und beeinflusst deren Ergebnis nicht, solange diese Zusätze nicht biozid sind.
Arbeitssicherheit
Da die verwendeten probiotischen Bakterien die höchste Sicherheitsstufe Biolevel 1 haben, sind sie hundertprozentig sicher gegenüber Mensch und Tier.
Abwasser
Mit Probiotik beimpftes Wasser kann jederzeit in die kommunale Abwasserentsorgung eingeleitet werden.