Probiotische Biotechnologie für technische Anlagen

Biofilm biologisch angehen.

Eine gezielte hohe Dosierung von probiotischen Bakterien schafft deren Überzahl. Sie leben mit den bisher pathogenen und unerwünschten Bakterien in einem Lebensraum. Die ausgewählten Stämme nutzen zudem vorhandene EPS-Beläge als organische Nährstoffquelle. So verbindet unser Ansatz biologische Dominanz mit dem Abbau von EPS-Biofilm, Gerüchen und organischen Ablagerungen.

BIOLOGIE. IN BEWEGUNG.FIG. 01
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Probiotische Dominanz. Weniger Biofilm.

Schematische Darstellung

Dreidimensionaler Rohrquerschnitt: Die Dosierung schafft eine Überzahl probiotischer Bakterien. Sie konkurrieren mit unerwünschten Keimen um Nahrung und Raum. Während deren Bestand zurückgeht, bleibt die probiotische Population dominant. Die ausgewählten Stämme nutzen bestehende EPS als organische Nahrung, sodass der Biofilm abnimmt.

Wasser

Kühl- und Prozesswasserkreisläufe

Luft

Klima- und Lüftungssysteme

Dominanz

Überzahl, Nahrungskonkurrenz und EPS-Abbau

Monitoring

Bewertung anhand Ihrer Anlagendaten

Ausgangslage

Das Problem heißt Biofilm.

Biofilm besteht aus Mikroorganismen und einer Matrix aus extrazellulären polymeren Substanzen (EPS). Solche Ablagerungen können die Anlagenhygiene, Durchströmung und Wärmeübertragung beeinträchtigen. Biofilm ist dabei ein Einflussfaktor neben Wasserqualität, Temperatur und Betriebsweise.

Ein geeignetes Behandlungskonzept berücksichtigt Ablagerungen, Wasserchemie und Mikrobiologie gemeinsam. Ob und wie sich eine bestehende Behandlung ergänzen oder verändern lässt, muss an der konkreten Anlage beurteilt werden.

Mikrobielle Belastung und Verschlickung
Ablagerungen in Düsen, Rohrleitungen, Pumpen und Filtern
Mögliche Reservoirs für unerwünschte Mikroorganismen
Korrosion und Biokorrosion
Geruchsbildung und beeinträchtigte Wärmeübertragung
Steigender Reinigungs- und Überwachungsaufwand
Inspektion eines geöffneten Kühlwasserrohrs mit Ablagerungen an der inneren Oberfläche.
Genau hinsehen. An der inneren Oberfläche beginnt die Bewertung.

Das Zielbild

Weniger Beläge, mehr freie Oberfläche.

Eine hohe Anfangsdosierung schafft eine probiotische Überzahl. Die ausgewählten Stämme leben mit den vorhandenen Bakterien in einem Wassersystem. Wir töten keine Bakterien ab. Durch Quorum Sensing (Kommunikation der Bakterien untereinander) ziehen sich die vorhandenen Bakterien völlig freiwillig zurück. Die ausgewählten Stämme sollen vorhandene EPS als organische Nahrung nutzen, ohne selbst neuen Biofilm aufzubauen. Der Vergleich zeigt den Ausgangszustand und ein angestrebtes Ergebnis im selben Rohrabschnitt.

Schematisches Zielbild nach der Behandlung: Überwiegend freiliegende Innenwand mit wenigen Restbelägen und weiterhin vorhandenen Mikroorganismen.
Schematischer Rohrquerschnitt vor der Behandlung: Eine zusammenhängende Biofilmschicht bedeckt weite Teile der Innenwand.
VorherZielbild nach Behandlung

Schieber bewegen und den Unterschied entdecken. Mit den Pfeiltasten vergleichen. Pos1 zeigt das Zielbild, Ende den Ausgangszustand.

Schematischer Vergleich · kein dokumentiertes Kundenergebnis. Der tatsächliche Behandlungserfolg wird an der jeweiligen Anlage geprüft.

Dominanz & EPS-Abbau

Die probiotische Überzahl begrenzt die Nahrung für unerwünschte Bakterien. Ausgewählte Stämme sollen vorhandene EPS-Beläge verstoffwechseln.

Funktion unterstützen

Freie und biofilmfreie Oberflächen sind das Ziel, um die Strömung und Wärmeübertragung zu unterstützen.

Veränderungen prüfen

Inspektionen, Wasseranalysen und Betriebsdaten zeigen, was sich an Ihrer Anlage verändert.

Wirkprinzip

Vier Schritte der probiotischen Systempflege.

  1. 01

    Probiotische Überzahl

    Eine gezielte hohe Anfangsdosierung bringt probiotische Bakterien in die Überzahl.

  2. 02

    Konkurrenz & Regulation

    Im gemeinsamen Lebensraum konkurrieren die Bakterien um Nahrung und Platz. Das begrenzt unerwünschtes Wachstum.

  3. 03

    Bakterienbesiedelung

    Die unerwünschten pathogenen und Biofilm bildenden Mikroorganismen verändern durch Probiotika ihre Menge und setzen durch Vermehrung ihre Überzahl fort.

  4. 04

    EPS-Abbau & Systempflege

    Die ausgewählten Stämme sollen EPS als organische Nahrung nutzen und selbst keinen neuen Biofilm aufbauen.

Probiotik verändert durch völlig neue Denkungsweise die Möglichkeiten in Ihrem Wassersystem.

  • Verringerung der Nahrungsgrundlage unerwünschter Bakterien
  • Begrenzung erneuter Biofilmbildung
  • Bewertung der mikrobiologischen Entwicklung
  • Kontrolle im laufenden Betrieb
  • Einbindung in das bestehende Hygienekonzept
  • Prüfung der Werkstoffverträglichkeit
  • Bewertung von Geruchsproblemen
  • Beobachtung von Korrosion und Biokorrosion
  • Vergleich relevanter Leistungskennzahlen
  • Abstimmung mit vorhandenen Wasserzusätzen
  • Anwendung nach produktspezifischer Sicherheitsbewertung

Zwei Anwendungsfelder, ein Prinzip.

VDI 2047-2 · 42. BImSchV

Anlagenhygiene braucht ein überprüfbares Konzept.

Die 42. BImSchV regelt Pflichten für Anlagen in ihrem Anwendungsbereich. VDI 2047-2 gibt Hinweise zum hygienegerechten Betrieb von Verdunstungskühlanlagen. Behandlung, Beprobung und Dokumentation müssen zusammenpassen; ein Verfahren allein belegt keine Konformität.

Compliance im Detail →

Referenzen

Einblicke in industrielle Anwendungen.

N-ERGIE (Stadtwerke Nürnberg)
Pfleiderer, Neumarkt
VNP Verlag Nürnberger Presse
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